Großvenediger Westgrat

Quelle: Alpenverein Hall in Tirol, Autor: Michael Larcher

Aufbruch um 05:00 Uhr von der Kürsinger Hütte.
Suche nach dem besten Weg über den Gletscher. Beinahe der gesamte weitere Anstieg ist von hier sichtbar.
Abstieg zum Gletscher und Anseilplatz, weiter geht es dann weglos.
Steigeisen sind notwendig und ...
... auch Anseilen macht Sinn, obwohl der Gletscher blank ist.
Mit etwas hin und her gelingt die Querung ohne allzu große Umwege ...
... und wir erreichen wieder Festland.
Die Querung um den Rücken, an dem der Nordgrat ansetzt, bringt uns in die Nordwestflanke des Großvenedigers.
Den ersten kurzen Steilaufschwung ...
... überwinden wir ganz links - zunächst über plattige Felsen ...
... zuletzt über den hier ansetzenden, blanken Gletscher.
Der Blankeis-Bereich liegt hinter uns und wir steigen ...
... als Gletscherseilschaft weiter aufwärts.
Als 3er und 4er-Seilschaft steigen wir über den wenig begangenen Gletscher auf. Hinten rechts der Keeskogel mit seinem Südgrat..
Hinten der Nordgrat auf den Großvenediger. In der Scharte links unten steigen die meisten Seilschaften in den Grat ein.
Blick zurück auf den bisherigen Anstieg. Hinten der Keeskogel.
Nahe dem Bergschrund wird eine alte Spur in die Westgratscharte sichtbar.
Über den Bergschrund unterhalb des Westgrates finden wir eine schmale Schneebrücke.
Über dem Bergschrund traversiert man noch ein Stück knapp unterhalb des Felsgrates bis zur Westgratscharte.
Die letzten Meter in die Westgratscharte.
Versierte Kletterer werden den Westgrat seilfrei klettern, ...
... für unseren Kurs (InstruktorIn Hochtouren) ist er perfekt, um ...
... die Führungstechnik auf Felsgraten zu üben.
Felsblöcke müssen kritisch geprüft werden, ob sie zum Nachsichern der Partner geeignet sind.
UIAA 2+, da besteht für den Vorsteiger noch keine Notwendigkeit, gesichert zu werden-
Möglichst nahe der Gratschneideist der Felsam besten, Gneis ...
... mit toller Struktur. Mittels Köpflschlingen können Fixpunkte zum Nachsichern hergestellt werden.
Trotz konsequentem Sichern an Fixpunkten ...
... gewinnen wir rasch an Höhe.
Ein letzter Standplatz, ...
... ein letzter Aufschwung.
Direkt beim Gipfelkreuz ist die Kletterei zu Ende.
Blauer Himmel, weiße Wolken, strahlende Gesichter, bekreuzter Gipfel. Großvenediger.
Abstieg über ...
... den berühmten Venediger-Firngrat, ...
... dann links hinunter ...
Richtung Venedigerscharte. Hinten der Kleinvenediger.
Die  Venedigerscharte lassen wir rechts liegen und wenden uns nach Norden.
Spalten am Übergang von flach zu steil sind typisch auf Gletschern. Man ist froh, am Seil zu sein.
Der einzige Steilhang (30-35°) wird von einem ...
... mächtigen Bergschrund durchzogen. Im Sommer 2015 ...
... wurde eine lange Aluleiter installiert, um diesen wichtigen Anstieg auf den Großvenediger weiterhin zu ermöglichen.
Auf allen Vieren, ohne Hektik ..
... und weiterhin am Seil gesichert, kann man diese Passage einfach bewältigen und den Tiefblick genießen.
Nach diesem Steilhang ...
... geht es über das nur mehr mäßig steile Obersulzbachkees weiter, ...
... geradewegs auf den markanten Keeskogel zu. Am rechten Bildrand das Zwischensulzbachtörl (2917 m).
Der Gletscherrand ist wieder erreicht, der Kreis schließt  sich.
Eine Bachquerung erfordert schnelle und weite Schritte.
Am Rückweg präsentiert sich der gesamte Anstieg noch einmal - gut ausgeleuchtet von der Nachmittagssonne.
Die letzten Meter zur Kürsingerhütte.

Die Tour

Perfekte Rundtour auf den Großvenediger von der Kürsingerhütte.

Über den mächtigen und einsamen Gletscher in der Nordwest-Flanke des Venedigers in die Westgratscharte. In netter Gratkletterei (UIAA 2+) in meist festem Fels zum Gipfel. Zurück über die Venedigerscharte (Normalweg) zur Kürsingerhütte.

Info

Schwierigkeit
II+
30°
AD
mittel
Aufstieg
1250 hm
Abstieg
1250 hm
Tiefster Punkt Kürsingerhütte
2547 m
Höchster Punkt Großvenediger
3660 m
Dauer
9:00 h
Strecke
11,9 km

Details

Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotential
Exposition
N
O
S
W

Beste Jahreszeit

Januar
Februar
März
April
Mai
Juni
Juli
August
September
Oktober
November
Dezember

Wegbeschreibung

Start

Kürsingerhütte (2574 m)

Ziel

Kürsingerhütte (2574 m)

Weg

Von der Kürsinger Hütte folgen wir den Hinweisschildern "Großvenediger" (Nr. 902). Der sehr gut markierte Bergweg führt uns entlang des zum Obersulzbachkees abfallenden Hanges (oberhalb der orografisch rechten Seitenmöräne) bis zum Beginn des Gletschers. Der Weg ist unschwierig und weist keine wirklich absturzgefährdeten Stellen auf. Bachquerungen oder auch - je nach Verhältnissen - Altschneefelder verlangen etwas Geschick, stellen aber keine Gefahrenquelle dar. Von den letzten Hinweisschildern (2750 m) steigen wir zum Gletscher ab. Gurte, bei Blankeis Steigeisen und das Seil werden hier angelegt.

Es gilt nun, das Obersulzbachkees zu überqueren. Der Fuß des mächtigen Nordgrates bietet dafür eine gute Orientierungshilfe. Der exakte Weg über den Gletscher muss vor Ort der Spaltensituation angepasst werden und kann bei Blankeisverhältnissen etwas Zeit in Anspruch nehmen, da der gangbare Weg durch das Spaltenlabyrinth erst gefunden werden muss. Zuerst leicht ansteigend bis zur Gletschermitte, dann abfallend zum südlichen Gletscherufer ist ein möglicher Weg.

Ist der Gletscher überquert, hält man sich rechts und umrundet im Blockgelände auf einer Höhe von ca. 2800 m den mächtigen Rücken, der den Ansatz des Nordgrates bildet. Der Blick auf den weiteren Anstieg bis zum Westgrat wird nun frei. Wir halten uns weiterhin links und steigen über Blockgelände und eingelagerte Eisfelder parallel zum Nordgrat weiter auf. Zuletzt erreichen wir über einen kurzen und steilen Fels-/Schotteraufschwung den mächtigen, vom Großvenediger nach Nordwesten herabziehenden Gletscher.

Auf dem Gletscher bleiben wir zunächst weiterhin links, parallel zum Nordgrat. In der zweiten Hälfte steigen wir dann diagonal nach rechts an - in Richtung Weißer Zahn (3460 m). Zuletzt ereichen wir den Bergschrund und anschließend die kurze Steilflanke, die hinauf zu den Felsen des Westgrates führt. Über diesen und dann wieder nach links (Osten) traversierend erreichen wir die Westgratscharte (3458 m).

Der nun folgende Felsgrat wird möglichst direkt auf der Gratschneide erklettert, da man dort die beste Felsqualität vorfindet. Die Kletterei an den den großen Gneisblöcken mit sehr schöner Kristallstruktur erreicht ein- zweimal kurz den unteren 3. Grad, bewegt sich aber überwiegend im Grad UIAA 2+. Nach 200 Hm und einer horizontalen Länge von 500 m erreicht man Gipfel.

Abstieg: Vom Gipfel zuerst über den kurz sehr schmalen und ausgesetzen, später breiter werdenen Firngrat Richtung Süden. Dann links abbiegen und in nordöstlicher Richtung über das Schlaatenkees hinunter Richtung Venedigerscharte, an der wir nördlich in ca. 150 m Entfernung absteigen. Nun folgt der Abstieg in nordwestlicher Richtung über einen Steilhang (knapp 30°), der von einem mächtigen Bergschrund durchzogen wird (zur Überwindung dieses ca. 10 m breiten Bergschrundes wurden im Sommer 2015 Aluleitern befestigt). Anschließend geht es mäßig steil und in einem weiten Linksbogen zurück zum nordseitigen Gletscherufer, wio sich der Kreis vom Anstieg am Morgen schließt. Über den Steig ca. 50 Hm ansteigend auf den markierten Weg und über diesen zurück zur Kürsingerhütte.

Anreise

Öffentliche Verkehrsmittel

Zielbahnhof Neukirchen am Großvenediger, Fahrplanauskunft

Weiter mit dem Wanderbus von der Bahnhof-Haltestelle Sulzbachtäler zum Parkplatz Hopffeldboden, Fahrplanauskunft

Weiter zu Fuß oder mit Taxi ins Obersulzbachtal, Taxitransfer

Anfahrt

Ausgangsort ist Neukirchen am Großvenediger, Ortsteil Sulzau, Pakplatz Hopffeldboden. Mit dem Taxi weiter durch das Obersulzbachtal bis zur bewirtschafteten Postalm (1699 m) oder noch 2 km weiter bis zur Materialseilbahn (Materialtransport möglich) der Kürsinger-Hütte auf knapp 2000 m (€ 14,- pro Person und Strecke). Von hier 1,5 Stunden Aufstieg zur Kürsingerhütte (630 Hm).

Taxitransfer ins Obersulzbachtal

Zustieg Kürsingerhütte

Parken

Parkplatz Hopffeldboden, gebührenpflichtig (Parkautomat), WC-Anlage. Parkgebühr: € 3,- für einen Tag, € 6,- ab 2 Tage. Der Parkplatz ist eingezäunt, um Parkschäden durch Weidevieh an den abgestellten Fahrzeugen zu vermeiden. Am Parkplatz gibt es zudem während der Hauptsaison eine von MitarbeiterInnnen des Nationalparks besetzte Informationsstelle.

Weitere Informationen

Ausrüstung

Gletscherausrüstung: Seil (50 m), Hüftgurt, Karabiner, Reepschnüre, Gletscherpickel, 1 Eisschraube, Steigeisen, kein Helm. Orientierung: Karte, Höhenmesser, Bussole/GPS. Schutzausrüstung vor Sonne, Strahlung, Kälte und Wind. Notfallausrüstung: Erste-Hilfe-Paket, Mobiltelefon, Biwaksack.

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