HELNWEIN | BERG | GIACOMETTI

So
10. Mai
2026
Beginn
10:00
Ende
18:00
Veranstaltungsort
10. Oktober Platz 4, 9150 Bleiburg, Österreich

Die Veranstaltung

Dem Maler Werner Berg (1904-1981) widmet die Stadt Bleiburg seit 1968 ein monografisches Museum. Das repräsentative Haus am Bleiburger Hauptplatz ist seither zu einem Anziehungspunkt für Kunstliebhaber aus der ganzen Welt geworden. Es zeigt das Œuvre des Künstlers, dessen künstlerischer Ausgangspunkt der deutsche Expressionismus war, in einzigartiger Wechselwirkung von Kunst und Umwelt im Kerngebiet seines Ursprungs.

Bei den jährlich wechselnden Ausstellungen wird stets versucht einen thematischen Dialog zwischen dem Werk Werner Bergs und der jeweiligen Sonderausstellung zu finden. Die Kunst Werner Bergs wird so auch für den wiederholten Besucher unter ständig neuen Gesichtspunkten erlebbar.

Das Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk zeigt vom 10. Mai bis 8. November 2026 folgende Ausstellung:

MIKROKOSMEN
Mercedes Helnwein | Werner Berg | Alberto Giacometti

Kurzfassung

Drei Welten im Nahbereich. Mercedes Helnwein schildert den “american way of life“ in Vorstädten, Wohnzimmern und Colleges, Werner Berg verdichtet Begegnungen im ländlichen Südkärnten zu zeitlosen Bildformeln menschlicher Existenz und Alberto Giacomettis Grafikzyklus „Paris sans fin“ öffnet den Blick auf Atelier, Cafés und Straßen in der französischen Metropole.

Langtext:

Das wiederholte, geradezu soziologische „Durchleuchten“ einer jeweils sehr unterschiedlichen, stets aber begrenzten Welt mit ihren charakteristischen Menschentypen und Begebenheiten ist das gemeinsame „Thema“ dieser auf den ersten Blick so ungewöhnlichen Gegenüberstellung – die drei Künstler beschränken sich in ihrem Werk auf einen jeweils eigenen Mikrokosmos, dessen jeweils ganz besondere Eigenheit sie in unverwechselbarer Weise ausloten.

Aus der für einen Teilaspekt der USA so charakteristischen Welt rund um die Highschool der 1950 und 1960er Jahre und des „amerikanischen Wohnzimmers“ stammt eine Vielzahl der Motive von Mercedes Helnwein (*1979). Exemplarisch schildert sie Begegnungen von Menschengruppen in Bildern von Vorstadtstraßen, Schwesternzimmern der Krankenhäuser, von Abschlussbällen, Hallowenfeiern oder Hochzeiten – mit stetem Gespür für das Besondere. Der unheimliche Unterton in unscheinbaren alltäglichen Begebenheiten verleiht ihren Werken eine geheimnisvolle Tiefe.

Dem stehen einerseits die Schilderungen von Begegnungen auf Märkten, Kirchtagen, aus dem Gasthaus oder der Eisenbahn von Werner Berg (1904-1981) gegenüber. Seit seiner Ansiedlung auf dem Rutarhof war er bestrebt, die kleine Welt Unterkärntens mit ihren zwischenmenschlichen Begegnungen auszuloten und in seinen Bildern darzustellen. Verhaftet mit dem Leben der Landbewohner hielt er deren vielfältige Zusammenkünfte unmittelbar in seinem Skizzenbuch fest. Dabei gelang es ihm die Besonderheit des Augenblicks, der kleinen Begebenheiten in klar ausgeformten Kompositionen meist innerhalb weniger Sekunden festzuhalten, woraus gekeltert und verdichtet seine Bilder und Holzschnitte im Atelier entstanden. So wurden seine Schilderungen einer begrenzten, dem flüchtigen Betrachter wohl unscheinbar erscheinenden Region, für ihn zum allgemeinen Gleichnis der menschlichen Existenz.

„Paris sans fin“ von Alberto Giacometti (1901-1966) zeigt in 150 Lithografien die Orte und die Menschen, die dem Künstler in der Seine-Metropole wichtig waren. Hatte der Bildhauer, Zeichner und Maler sich in Paris jahrelang kaum außerhalb seines Ateliers und weniger Treffpunkte bewegt, änderte sich dies, als er 1958 die Prostituierte Caroline kennenlernte. Die Zwanzigjährige wurde ihm Geliebte und Modell. Im roten MG, den er ihr schenkte, zeichnete er, während sie ihn durch die Stadt fuhr. So zeigt die einzigartige Fülle der einzelnen Darstellungen Menschengruppen, Häuserzeilen, Brücken, Cafés und Automobile – und immer wieder das Atelier, die Modelle und die geliebte Frau in seinen charakteristischen, sich überkreuzend Strichen, in denen das Ungefähre sich zum Besonderen zusehends verdichtet.

Vereinzelt treffen in dieser Ausstellung exemplarische Werke der drei Künstler direkt aufeinander. Es ergeben sich fallweise Berührungen die so unter einem gemeinsamen Übertitel stehen. Dies gibt dem Museum die Gelegenheit, diesen so bestimmenden Aspekt des Werkes von Werner Berg, nämlich seiner lebenslangen Erforschung einer begrenzten „kleinen“ Welt, in einer Vielzahl noch nie gezeigter Werke nachzugehen. Wie in einer soziologischen Feldstudie werden durch die Konzentration auf eine jeweils unverwechselbare Welt in den Werken der drei so unterschiedlichen und im Fall von Mercedes Helnwein durch mehrere Generationen getrennten Künstler allgemein menschliche Gegebenheiten eindrucksvoll offenbar.

Im Skulpturengarten des Museums wird wie bereits im Jahre 2025 die Ausstellung „Gegen den Strom von Hans-Peter Profunser gezeigt.
Geboren in Lienz und aufgewachsen in Berg im Drautal, erlernte dieser außergewöhnliche Künstler zunächst den Beruf des Maschinenschlossers. Erst im Jahr 1988 begann er seine bemerkenswerte Karriere als Bildhauer. Über einhundert Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland, die Teilnahme an Symposien sowie zahlreiche Auszeichnungen zeugen von der künstlerischen Gestaltungskraft Profunsers. Viele seiner Werke finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen wieder, während über zwanzig Skulpturen im öffentlichen Raum zu bewundern sind.
Seine beiden großformatigen Metallskulpturen „Begegnung/ srečanje“ und „Die Getriebenen“ begrüßen bereits seit Jahren die in die Kulturstadt Bleiburg/Pliberk Reisenden an der nördlichen Gemeindegrenze.

Die Kunst-Fassaden-Aktion soll auch im Jahre 2026 durchgeführt werden. Dabei erweitern großflächige Fassadengestaltungen die Ausstellung in die Innenstadt. Ein solches, ein ganzes städtisches Ensemble bestimmendes Übergreifen der Präsentation im Museum in den öffentlichen Raum stellt mittlerweile ein Alleinstellungsmerkmal der Kulturstadt Bleiburg/Pliberk dar.“

Kurator: Dr. Harald Scheicher
Museumsleitung: Prof: Arthur Ottowitz

Ausstellungseröffnung:
9. Mai 2026

Werner Berg Museum Bleiburg|Pliberk
10. Oktober Platz 4
A-9150 Bleiburg
0043 (0)4235/2110-27 oder 2110-13

bleiburg.museum@ktn.gde.at

www.wernerberg.museum

Öffnungszeiten :

  1. Mai – 08. November 2026
    Di-So: 10-18 Uhr - feiertags geöffnet

Umfangreiche Audioguide-Informationen über QR-Code
Führungen (dt/slo/ital/engl) für Gruppen auf Anfrage.

Info

Quelle Datacycle

Kontakt

10. Oktober Platz 4, 9150 Bleiburg, Österreich
+43 664 9958858
bleiburg.museum@ktn.gde.at

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